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Das Arbeitszeugnis im Arbeitsrecht und dessen Geheimcodes

Geheimcode im Arbeitszeugnis: Was steckt dahinter?

Die Empfänger von Arbeitszeugnissen sind die typischen Formulierungen und ihre wahre Bedeutung ein offenbar immerwährendes Thema. Der Grund dafür ist leicht zu verstehen, der Anspruch auf ein faires Zeugnis gehört zu den Rechten jedes Arbeitnehmers. Darum möchte jeder möglicherweise negative Botschaften im Kontext verstehen. Nur durch eine sachverständige Prüfung können manche Fehler im Zeugnis überhaupt entdeckt und zu ihrer Korrektur aufgefordert werden. Wir geben Ihnen hier ein paar Tipps zur besseren Interpretation von qualifizierten Arbeitszeugnissen.

Die Entstehung und Bedeutung von Geheimcodes in Arbeitszeugnissen

Die Rechtsprechung verlangt, dass das Arbeitszeugnis positiv formuliert wird. Kritiker nennen es Tarnung negativer Bewertungen hinter wohlklingenden Formulierungen. Sie haben im Grunde genommen Recht, denn die Arbeitgeber nutzen Codes, um rechtlich korrekt Kritik zu äußern, denn sie müssen nicht nur positiv formulieren, sondern gleichzeitig wahrheitsgemäße Auskünfte geben. Die Unkenntnis vieler Arbeitnehmer führt dazu, dass sie die versteckten Botschaften nicht erkennen können. Das trägt dann zur Legendenbildung von geheimen Codes bei. Dabei handelt es sich beim Empfänger der Information ohnehin um eine subjektive Auslegung des Inhalts. Interpretationen der Codes können also variieren, aber es ist natürlich trotzdem richtig, Vorsicht walten zu lassen, denn verdeckte Kritik kann die Chancen bei Bewerbungen erheblich beeinträchtigen.

Typische Wendungen und ihre Bedeutungen

  • „Bemühte sich“weist auf unzureichende Leistung oder mangelnden Erfolg hin
  • „War stets bemüht“ signalisiert, nicht zufriedenstellendes Engagement
  • „Im Rahmen seiner Möglichkeiten“ kritisiert Fähigkeiten oder Kompetenzen
  • „Zeigte Verständnis“ ist ein Hinweis auf mangelnde Handlungskompetenz
  • „Zur vollen Zufriedenheit“ ist eine durchschnittliche Bewertung, aber kein Lob

Ansprüche an ein Arbeitszeugnis

Es soll wohlwollend formuliert sein. Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, das heißt auch, dass jegliche Kritik höflich formuliert sein muss. Ebenso wird Klarheit erwartet. Der Inhalt muss also verständlich und eindeutig sein. Arbeitnehmer sollten immer auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis beanspruchen, da einfache Zeugnisse im Berufsleben keine Rolle mehr spielen. Ebenso können sie verlangen, dass das Zeugnis so formuliert ist, dass ihre Karrierechancen nicht mit Absicht verringert werden. Der Arbeitgeber trägt die rechtliche Verantwortung für den Inhalt des Zeugnisses und muss es deshalb auch mit seiner Unterschrift versehen.



Kontext verstehen

Die eingesetzten Formulierungen oder Codes sollten im Kontext des gesamten Zeugnisses bewertet werden. So kommt es nicht zuletzt darauf an, in welcher Position der bewertete Arbeitnehmer tätig war. Manche Formulierungen sind in bestimmten Branchen üblicher als andernorts. Um ein tatsächliches Muster in den Zeugnisformulierungen zu erkennen, müssen möglichst viele davon miteinander verglichen werden. In bestimmten Kontexten können eigentlich neutrale Formulierungen durchaus negativ verstanden und auch gemeint sein.

Prüfung und Widerspruch

Eine fachlich korrekte Prüfung bleibt letztlich nur echten Experten vorbehalten. Um wirklich sicherzugehen, sollte unbedingt ein erfahrener Fachanwalt für Arbeitsrecht das Zeugnis analysieren. Er kann die verwendeten Formulierungen richtig bewerten, kritische Phrasen identifizieren und dann den entscheidenden Schritt gehen, indem er beim Arbeitgeber eine Zeugniskorrektur verlangt. Arbeitnehmer können bei schwerwiegenden Mängeln Änderungen fordern und, wenn das nicht zum gewünschten Ergebnis führt, vor dem Arbeitsgericht klagen.

Kurze Frage - Schnelle Antwort

Welche Wörter dürfen nicht im Arbeitszeugnis stehen? - Aufmüpfig, faul, langsam und ähnliche Worte sollen nicht verwendet werden.

Ist ein Arbeitszeugnis geheim? - Nein, denn es muss alles klar und verständlich formuliert werden. Versteckte Botschaften sind laut Gewerbeordnung verboten.

Welche Wörter sind sehr gut im Arbeitszeugnis? Sehr gut ist die Formulierung “stets zu unserer vollsten Zufriedenheit”.

Was darf in einem sehr guten Arbeitszeugnis nicht fehlen? - Ein sehr gutes Arbeitszeugnis erkennt man unter anderem daran, dass es einen Firmenkopf enthält und der Mitarbeiter sowie die Firma kurz vorgestellt werden, bevor das eigentliche Zeugnis beginnt.

Was steht im Arbeitszeugnis, wenn man oft krank war? - Da könnte die Aussage “wir wünschen alles Gute und Gesundheit” als versteckte Botschaft interpretiert werden.

Was sollte auf keinen Fall im Arbeitszeugnis stehen? - Im Arbeitszeugnis sollten keine Doppeldeutigkeiten, Widersprüchlichkeiten, Phrasen oder doppelte Verneinungen verwendet werden.

Welche Geheimcodes gibt es im Arbeitszeugnis? - Die Worte im Arbeitszeugnis klingen weit besser, als sie gemeint sind. Zum Beispiel bedeutet “Er hat sich bemüht, die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.”, dass die Leistungen schlechter als mangelhaft waren, nämlich unzureichend. Oder wenn da steht, “Er war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.” bedeutet es, dass es sich um einen unangenehmen Mitarbeiter handelt.

Welche Wörter sind negativ im Arbeitszeugnis? Zum Beispiel die Worte der Schlussformel. Wenn die fehlen, deutet das auf ein negatives Verhältnis hin. Das Problem, es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Schlussformel.

Wie sollte ein gutes Arbeitszeugnis enden? - Es sollte mit Dankesworten und Bedauern sowie guten Wünschen für die private und berufliche Zukunft enden.

Wenn Sie ein Problem mit Ihrem Arbeitszeugnis haben oder Fragen zu einem arbeitsrechtlichen Thema haben, rufen Sie uns gerne an. Die Fachanwälte für Arbeitsrecht der ArbeitnehmerHilfe e.V. Berlin erreichen Sie von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr unter der Rufnummer 030-610828040.

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